Viele ältere Menschen essen und trinken zu wenig, ohne es selbst zu merken. Das Durstgefühl wird schwächer, Medikamente verändern den Geschmack, die Zähne oder die Prothese machen Probleme, und allein am Tisch zu sitzen, macht wenig Lust aufs Essen. Die Folgen kommen schleichend. Erst wird man müder und schwächer, später kommen Schwindel, Verstopfung oder Verwirrtheit hinzu. Gerade Flüssigkeitsmangel wird bei älteren Menschen leicht mit einer beginnenden Demenz verwechselt.
Beim Trinken hilft es, das Glas immer in Sichtweite zu haben und feste Gelegenheiten zu schaffen, zum Beispiel ein Glas Wasser zu jeder Tablette und eine Tasse Tee am Nachmittag. Etwa anderthalb Liter am Tag sind eine gute Richtschnur, sofern die Ärztin nichts anderes sagt, etwa bei einer Herzschwäche. Auch Suppe, Obst, Joghurt und Pudding zählen mit. Manche führen eine kleine Strichliste am Kühlschrank, um den Überblick zu behalten.
Beim Essen sind mehrere kleine Mahlzeiten oft besser als drei große. Vertraute Gerichte schmecken am besten, auch wenn sie nicht jedem Ernährungsratgeber gefallen. Wer schlecht kauen kann, kommt mit weichen Speisen besser zurecht, die trotzdem nach etwas aussehen sollten und nicht nach Brei. Ein schön gedeckter Tisch, Gesellschaft und feste Zeiten wecken den Appetit oft mehr als jedes Nahrungsergänzungsmittel. Wo das allein nicht reicht, helfen Essen auf Rädern oder jemand, der zu den Mahlzeiten vorbeikommt.
Aufmerksam werden sollten Sie, wenn die Kleidung lockerer sitzt, die Ringe rutschen oder jemand auffällig müde und durcheinander wirkt. Dann kann eine Mangelernährung dahinterstecken. Sprechen Sie das bei der Hausärztin an, bevor daraus ein ernstes Problem wird. Bei unseren Besuchen achten wir darauf, ob genug gegessen und getrunken wird, und sagen Ihnen Bescheid, wenn uns etwas auffällt.