Im Alter heilt ein Bruch langsamer, und nach einem Sturz bleibt oft die Angst vor dem nächsten. Wer sich aus Vorsicht weniger bewegt, verliert Kraft und Gleichgewicht und wird dadurch noch unsicherer. Diesen Kreislauf zu durchbrechen, gehört zu den wichtigsten Aufgaben in der Pflege zuhause.
Die meisten Stürze passieren nicht auf der Treppe, sondern auf vertrauten Wegen, an der Teppichkante im Flur, über ein Kabel am Boden oder auf dem dunklen Weg zur Toilette in der Nacht. Gehen Sie die Wohnung einmal bewusst ab, mit den Augen eines Menschen, der schlecht sieht und unsicher auf den Beinen ist. Lose Läufer können weg oder bekommen eine rutschfeste Unterlage, Kabel wandern an die Wand, und ein Nachtlicht mit Bewegungsmelder weist den Weg ins Bad.
Das Badezimmer verdient besondere Aufmerksamkeit. Haltegriffe neben Dusche und Toilette, eine rutschfeste Matte und ein Duschhocker geben Halt, wo nasse Fliesen gefährlich werden. Für solche Umbauten zahlt die Pflegekasse bis zu 4.180 Euro, wenn ein Pflegegrad vorliegt. Manches, wie eine Toilettensitzerhöhung oder ein Rollator, gibt es als Hilfsmittel auf Rezept.
Auch die Schuhe zählen. Pantoffeln ohne Fersenhalt sind eine häufige Sturzursache, besser sind geschlossene Hausschuhe mit fester Sohle. Wer nachts aufsteht, sollte sich erst einen Moment auf die Bettkante setzen, denn manche Medikamente und ein niedriger Blutdruck führen beim schnellen Aufstehen zu Schwindel. Lassen Sie die Medikamente ruhig einmal von der Hausärztin oder in der Apotheke daraufhin prüfen.
Am meisten schützt Bewegung. Wer regelmäßig geht, Treppen steigt und einfache Übungen für Kraft und Gleichgewicht macht, stürzt seltener. Viele Sportvereine und Physiotherapiepraxen bieten dafür Kurse an. Und für den Fall, dass doch etwas passiert, gibt ein Hausnotruf Sicherheit, den die Pflegekasse bei einem Pflegegrad bezuschusst.