Wenn eine Krankheit nicht mehr heilbar ist, verändert sich das Ziel der Behandlung. Es geht nicht mehr darum, möglichst viele Tage zu gewinnen, sondern möglichst gute. Palliativpflege lindert Schmerzen, Atemnot, Übelkeit und Unruhe, damit die verbleibende Zeit lebenswert bleibt. Das Wort kommt vom lateinischen pallium, dem Mantel. Wie ein Mantel legt sich die Pflege schützend um den kranken Menschen, statt gegen die Krankheit anzukämpfen.
Zuhause ist vieles möglich, was im Krankenhaus schwer zu haben ist. Das eigene Bett, der Blick in den Garten, der Hund am Fußende, die Enkel, die nach der Schule vorbeikommen. Wir kümmern uns um die Körperpflege, lagern so, dass nichts drückt, versorgen Wunden und Zugänge und achten auf Veränderungen. Was wir beobachten, besprechen wir mit der Hausarztpraxis, damit Medikamente rechtzeitig angepasst werden.
Niemand muss diese Zeit allein tragen. Hausärzte, Palliativmediziner, ambulante Hospizdienste und wir arbeiten eng zusammen. Werden die Beschwerden schwerer oder unberechenbar, kommt die spezialisierte ambulante Palliativversorgung hinzu, die SAPV. Dann ist ein Team rund um die Uhr erreichbar. Die SAPV ist ein Schwerpunkt unserer Arbeit.
Für die Angehörigen ist diese Zeit eine große Belastung, auch wenn sie sie gern auf sich nehmen. Wir zeigen Handgriffe, die den Alltag leichter machen, erklären, was in den letzten Tagen auf Sie zukommen kann, und nehmen uns Zeit für Fragen, die man sonst niemandem stellt. Und wenn Sie einfach nur reden möchten, sind wir auch dafür da.