Die Sorge, am Ende Schmerzen aushalten zu müssen, gehört zu den größten Ängsten schwerkranker Menschen und ihrer Familien. Dabei kann die Palliativmedizin heute sehr viel. Mit der richtigen Behandlung lassen sich Schmerzen bei den allermeisten Menschen so lindern, dass sie gut auszuhalten sind. Voraussetzung ist, dass offen darüber gesprochen wird.
Niemand muss tapfer sein. Viele ältere Menschen sind es gewohnt, die Zähne zusammenzubeißen, und wollen niemandem zur Last fallen. Doch wer Schmerzen früh benennt, bekommt schneller Hilfe. Eine einfache Skala von null bis zehn hilft, die Stärke einzuschätzen und Veränderungen zu bemerken. Menschen, die sich nicht mehr gut äußern können, etwa bei einer Demenz, zeigen Schmerz oft auf andere Weise, durch Unruhe, Stöhnen, ein angespanntes Gesicht oder Abwehr bei Berührung. Darauf achten wir besonders.
Die Grundlage ist eine gut eingestellte Medikation nach festem Zeitplan, nicht erst dann, wenn der Schmerz schon da ist. Dazu kommt ein schnell wirkendes Mittel für Schmerzspitzen. Viele fürchten starke Schmerzmittel wie Morphin, weil sie abhängig machen oder das Leben verkürzen könnten. Richtig dosiert und ärztlich begleitet ist diese Sorge unbegründet. Häufige Nebenwirkungen wie Verstopfung oder Übelkeit lassen sich vorbeugend behandeln.
Neben Medikamenten hilft vieles, was mit Zuwendung zu tun hat, eine bequeme Lagerung, Wärme oder Kühle, eine sanfte Massage, Ruhe im Zimmer. Angst, Einsamkeit und Schlaflosigkeit verstärken Schmerzen. Deshalb gehören Gespräche und Nähe genauso zur Schmerzbehandlung.
Die Therapie steuert der behandelnde Arzt, bei schweren Verläufen das SAPV-Team. Wir sind nah dran, beobachten genau, geben Rückmeldung und sorgen dafür, dass Änderungen schnell umgesetzt werden. So bleiben ruhige Tage möglich, oft bis zuletzt.