Die meisten Menschen möchten zuhause sterben, im eigenen Bett und mit den Menschen um sich, die sie lieben. Bei vielen gelingt das mit der Hausarztpraxis und einem palliativ erfahrenen Pflegedienst. Fachleute sprechen dann von der allgemeinen ambulanten Palliativversorgung. Manchmal aber werden die Beschwerden so stark oder so wechselhaft, dass mehr nötig ist, etwa bei heftigen Schmerzen, Atemnot, Übelkeit, großer Unruhe oder schwer zu versorgenden Wunden. Für diese Fälle gibt es die spezialisierte ambulante Palliativversorgung, kurz SAPV.
Die SAPV übernimmt ein Team aus Palliativärztinnen und Palliativärzten und besonders geschulten Pflegefachkräften. Es kommt nach Hause, stellt Medikamente ein, kümmert sich um Schmerzpumpen und Zugänge und ist rund um die Uhr erreichbar, auch nachts und am Wochenende. Das nimmt vielen Familien die Angst vor der Nacht, in der etwas passiert und niemand zu erreichen ist. Die Hausarztpraxis bleibt dabei im Boot, die SAPV arbeitet mit ihr zusammen.
Anspruch haben Menschen mit einer nicht heilbaren, fortschreitenden Erkrankung und begrenzter Lebenserwartung, die eine besonders aufwendige Versorgung brauchen. Verordnen kann die SAPV die Hausärztin, der Facharzt oder bei der Entlassung das Krankenhaus. Die gesetzliche Krankenkasse trägt die Kosten vollständig, eine Zuzahlung fällt nicht an. Rechtsgrundlage sind die Paragrafen 37b und 132d des Fünften Sozialgesetzbuchs.
Die SAPV ist ein Schwerpunkt unserer Arbeit. Unser SAPV-Team unter der Leitung von Sandra Heinicke arbeitet eng mit Palliativärzten, Hausarztpraxen und Hospizdiensten in der Region zusammen. Wenn Sie unsicher sind, ob die SAPV für Ihren Angehörigen infrage kommt, rufen Sie uns an. Wir besprechen das in Ruhe und sagen Ihnen, welche Schritte als Nächstes sinnvoll sind.