Pflegegrade & Leistungen

MD-Begutachtung vorbereiten

Der Besuch des Medizinischen Dienstes entscheidet darüber, welchen Pflegegrad Sie bekommen. Mit etwas Vorbereitung zeigt das Gutachten, wie viel Hilfe im Alltag wirklich nötig ist.

30.04.2026 Pflegeteam Ankerplatz

Nach dem Antrag auf einen Pflegegrad meldet sich der Medizinische Dienst und kündigt einen Hausbesuch an. Die Gutachterin, meist eine erfahrene Pflegefachkraft, bleibt knapp eine Stunde. In dieser Zeit soll sie sich ein Bild davon machen, wie selbstständig jemand noch ist. Sie fragt nach Bewegung und Orientierung, nach Körperpflege und Essen, nach dem Umgang mit Medikamenten und Arztterminen und danach, wie der Tag gestaltet wird. Die Diagnose allein entscheidet dabei nicht. Es zählt, wobei jemand Hilfe braucht und wie oft.

Genau hier liegt die häufigste Falle. Viele Menschen nehmen sich für den Termin zusammen und zeigen, was sie gerade noch schaffen. Wer an diesem Vormittag allein aus dem Sessel kommt, obwohl das an den meisten Tagen nicht klappt, verschenkt Punkte. Schildern Sie deshalb den gewöhnlichen Alltag, auch die schlechten Tage und die Nächte. Bewertet wird der durchschnittliche Hilfebedarf, nicht der beste Moment.

Gute Dienste leistet ein Pflegetagebuch. Schreiben Sie ein bis zwei Wochen lang auf, wobei Sie helfen und wie lange das dauert, etwa beim Aufstehen, beim Waschen, beim Toilettengang oder beim Richten der Tabletten. Vergessen Sie die Nächte nicht. Legen Sie außerdem Arztbriefe, Befunde, den aktuellen Medikamentenplan und eine Liste der Hilfsmittel bereit. Die Gutachterin sieht dann auf einen Blick, was sie sonst mühsam erfragen müsste.

Am Tag selbst sollte eine vertraute Person dabei sein, die den Alltag kennt. Sie kann ergänzen, wenn etwas vergessen wird, und behutsam widersprechen, wenn die eigene Einschätzung zu optimistisch ausfällt. Fragen Sie nach, wenn Sie etwas nicht verstehen. Der Termin ist keine Prüfung, die man bestehen muss.

Einige Wochen später kommt der Bescheid der Pflegekasse, das Gutachten liegt meist bei. Lesen Sie es in Ruhe durch. Passt das Ergebnis nicht zu dem, was Sie jeden Tag erleben, können Sie innerhalb eines Monats Widerspruch einlegen. Auf Wunsch sind wir beim Termin dabei oder gehen das Gutachten danach mit Ihnen durch.